News | queer*radikaler CSD in Mainz

Vom 2. bis 4. Juni finden Workshops, Kunst und eine Demo statt

Konzept

Über das ganze Wochenende wollen wir einen Raum schaffen, in dem queere Personen sich austauschen, vernetzen, gemeinsam Spaß haben und empowern können. Dafür bieten wir neben den vielfältigen Workshops und der Demo unter anderen auch Kleinkunst, eine Kleider- und Binderbörse und Solitattoos.

Bis auf die Demo findet das Programm im Haus Mainusch statt. Es wird am Freitag und Samstag Abend veganes Essen gegen Spende geben, am Sonntag laden wir zum einen ganztägigen Mitbringbrunch ein. Aktuelle Infos finden sich auf der Webseite

Workshops Zeitplan

 Freitag
 
Freitag, 14 - 16 Uhr  Praxistipps für Binding und Tucking 

Lia [sie/ihr] und Kenneth

Binding bzw. Tucking sind Methoden mit denen die äußeren Umrisse der Brust bzw. des Schritts so verändert werden können, dass sie flacher aussehen. Dies tun trans*nichtbinäre Menschen aber auch andere um zu beeinflussen wie weiblich/männlich sie gelesen werden, um Dysphorie zu mildern, etc. Der Workshop gibt Tipps wie Binding möglichst sicher gestaltet werden kann, um mentale und körperliche Gesundheit so gut wie möglich zu vereinbaren. Das Prinzip von Tucking wird erklärt und eine einfache Methode dafür ein passendes Hilfmittel (Gaff) herzustellen. Um die Herstellung auszuprobieren könnt ihr einen alten elastischen (Unter-)Hosenbund und eine alte Socke (muss über die Knöchel gehen) mitbringen. #diy #trans#nonbinary #health #dyphoria
 
Freitag, 16 - 18 Uhr  Zwischen trans*misogyner Faschisierung und liberaler Assimilation - Quo Vadis queerer Widerstand? 

Mine Pleasure Bouvar [sie*/they]

Zwischen globalem Rechtsruck, mit massivem Anstieg queerfeindlicher, insbesondere trans*misogyner Kulturkampf-Rhetorik und liberaler Menschenrechtspolitik steht queerer Aktivismus auf einem Scheideweg. Der Vortrag ergründet die Notwendigkeit, sich gegen den aktuell erstarkenden Faschismus zur Wehr zu setzen, der Antisemitismus und trans*Feindlichkeit zu seinem ideologischen Kitt zwischen white supremacy, religösem Fundamentalismus und trans*feindlichem Feminismus verwebt. Im selben Zuge wird ein Blick auf die Indienstnahme progressiver, queerfreundlicher Ästhetiken durch liberale Parteien geworfen, die Imperialismus, mangelhafte Klimapolitik und soziale Ungleichheit versuchen mit einem vorgeblichen Einsatz für Menschenrechte zu überschmücken. Mine Pleasure Bouvar fragt nach den Potentialen eines radikalen, antifaschistischen, queeren Widerstandes, der sich nicht für einen liberalen Homo-Euro-Nationalismus vereinnahmen lässt.
 
Freitag, 18 - 20 Uhr Materialistischer Feminismus vs. Queerfeminismus?! Impulse für ein Gespräch über mögliche Brückenschläge statt weiterer Grabenkämpfe. 

Joris Gregor [er/ihn/ - ]

Die mit "Beißreflexe" provozierte Auseinandersetzung zwischen dem dort so genannten materialistischen Feminismus und dem dort so genannten Queerfeminismus hat Konflikte innerhalb der feministischen Bewegungen aktualisiert, die seit Erscheinen von Judith Butlers ‚Das Unbehagen der Geschlechter‘ vor sich hin schwelen. Anstatt den Graben immer wieder neu auszuheben, so die These des Vortrages, braucht es einen Brückenschlag. Der Vortrag ist damit insbesondere als ein Beitrag zur Verständigung zu verstehen, der aus queer_feministischer Perspektive den solidarischen Dialog mit differenzfeministischen Ansätzen sucht. Es werden die Gemeinsamkeiten beider Strömungen fokussiert und die Unterschiede in den Gemeinsamkeiten kritisch-solidarisch diskutiert, statt erneut die inkommensurablen Momente der Strömungen zu stabilisieren. Ziel ist die Skizzierung eines möglichen theoretischen Brückenschlags, eines queer_feministischen Materialismus, der die Errungenschaften der differenzfeministischen Identitätspolitik anerkennt, ohne hinter die Verdienste queerer Identitätskritik zurück zu fallen.
 
 Sonntag
 
Sonntag, 12 - 14 Uhr Gendergerechtes Deutsch – Linguistische Argumente gegen populistische Ablehnung

von The Odd.Acity [hen/ - ]

Über „Gendern“ gibt es viele Meinungen, die meisten gehen an einer konstruktiven Diskussion und konsequenter Inklusion von FLINTA* und LGBTIAQ* vorbei. Dieser Workshop nimmt die beliebtesten Aussagen gegen genderneutrale Sprache auf und liefert sprachwissenschaftliche Einblicke in Sprachwandel, Grammatik und Diskurs, sodass ihr bei der nächsten Diskussion (vielleicht keine konservativen Hardliner aber) interessierte Außenstehende überzeugen könnt. #Gendern #Gendersternchen #Sprache #Inklusion #queerlinguistics*
 
Sonntag, 14 - 16 Uhr Einführung in den Fettaktivismus

Luise Demirden [sie/ihr]

folgt…
 
Sonntag, 16 - 18 Uhr Krav Maga Workshop

Jannik Rienhoff [er/ihn]

Der Kurs gibt theoretische und praktische Tipps um sich sicherer und wohler im Umgang mit (körperlichen) Bedrohungen zu fühlen und wird Möglichkeiten der Verteidigung aufzeigen. Vorerfahrungen oder körperliche Fitness sind nicht nötig. Der Kurs wird von Jannik Rienhoff (er/ihn) geleitet, der seit mehreren Jahren Ausbilder für Krav Maga bei ISD Krav Maga Mittelhessen ist. #Selbstverteidigung #krafmaga #diy
 
Sonntag, 18 - 20 Uhr Einführung zu transformativer Gerechtigkeit aus queerer Perspektive

[ - ] und Mo [ - ]

Der Workshop soll einen ersten Einblick in das Konzept von transformativer Gerechtigkeit geben. Prozesse transformativer Gerechtigkeit werden in Gemeinschaften genutzt, um Konflikte und Übergriffe autonom aufzuarbeiten – jenseits von Staat und Polizei. Der Workshop besteht aus einem Input zu Geschichte und Grundprinzipien der transformativen Gerechtigkeit aus queerer Perspektive und aus einem Austausch zu unserem Verhältnis zu Strafe, Strafsystem und mögliche Alternativen. #CommunityArbeit #Strafkritik #Polizeikritik
 

Demonstration

(Informationen zur Barrierefreiheit und Gesundheitsschutz folgen in Kürze)

Am 3. Juni wollen wir gemeinsam auf die Straße gehen um die Perspektiven queerer Menschen sichtbar zu machen. Heutzutage gehen die Rechte queerer Personen in vielen Ländern zurück, und auch in Deutschland droht der schäbige Entwurf des Selbstbestimmungsgesetzes das Recht von trans* und inter* Personen auf Selbstbestimmung einzuschränken. In diesem Kontext geben wir uns mit dem leider etablierten pink gewaschenen Regenbogenumzug nicht zufrieden. Laut und kämpferisch wollen wir den politischen Charakter des CSDs zurückfordern und für unsere Rechte einstehen.

Der radikale CSD ist queerfeministisch, antirassistisch, antiableistisch, antiklassistisch, antifaschistisch und antikapitalistisch. Wir wollen einen Raum schaffen, an dem Queers laut sein können, die besonders unsichbar gemacht werden. In diesem Sinne reflektieren wir unsere Privilegien und reihen uns hinter BIPoCs, Sexarbeitende, behinderte Menschen, trans* und inter* Personen sowie andere marginalisierte Gruppen.

Wir positionieren uns gegen die Akzeptanz der Teilnahme der Polizei am CSD, first pride was a riot, und so soll es bleiben. Die Polizei stellt für viele marginalisierte Personen bis heute eine Bedrohung dar und ihre Präsenz kann für Betroffene von Polizeigewalt besonders triggernd sein. Daher schließt die Kooperation mit der Polizei grundsätzlich queere Menschen aus, die innerhalb der Community schon oft unsichtbar gemacht werden. Wir fordern die Selbstbestimmung Betroffener statt der Einmischung und Bevormundung durch den Staat.

Die Demo ist angemeldet und startet um 13:00 am Ernst-Ludwig-Platz. Vor Ort werden Awareness-Personen ansprechbar sein. Außerdem wird ein Abreisesystem organisiert, damit Menschen auf dem Rückweg der Demo nicht alleine gelassen werden

.