Publikation Für das Recht Partei ergreifen - Gerhard Riege (1930 – 1992)

Auszug aus "Gelebte Ideen ...", anläßlich des 30. Todestages von Gerhard Riege am 15. Februar 1992

Information

Bestellhinweis

Nur online verfügbar

Porträt Gerhard Riege (1984) von Günter Dührkop, Quelle: Erinnerungen an Gerhard Riege, Gedächtnisschrift, Hrsg.: Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag

Gerhard Riege wurde 1930 in Gräfenroda geboren. Er studierte nach dem Krieg 1949 bis 1953 Rechtswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach seiner Promotion 1957 und Habilitation 1964 war er ab 1965 als Professor für Staats- und Verfassungsrecht an dieser Universität. Zahlreiche Publikationen zum Staatsbürgerschaftsrecht sowie zur Verfassungsgeschichte und soziologische Forschungsprojekte hatte er veröffentlicht.

In den vielfältigen Umbrüchen des Herbstes 1989 geriet das bisherige Leben des renommierten Rechtswissenschaftlers der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus den Fugen. Im Februar 1990 wählte man ihn zum Rektor der Universität. Diese Wahl wurde unter fadenscheinigen Begründungen mit knapper Mehrheit annulliert.

Gerhard Riege zog 1990 für die PDS als Abgeordneter in die Volkskammer ein, arbeitete am Verfassungsentwurf des Runden Tisches mit und wurde in den Bundestag gewählt. In Bonn schlug ihm selbstgerechter Hass aus den Reihen von CDU/CSU und FDP entgegen. Im Parlament wurde Ausgrenzung betrieben und Angst betrieben.

Am 15. Februar 1992 beging er aus Verzweiflung Selbstmord, weil er Ereignisse nach dem Beitritt der DDR, wie er sie selbst erlebte, nicht mehr ertrug.

Auszug aus "Gelebte Ideen: Sozialisten in Thüringen, Biographische Skizzen", 2006, Text von Manfred Weißbecker