Publikation Zeitung des Hannoverschen Frauenbündnis zum Internationalen Frauentag 2023

Wir freuen uns, euch die Zeitung des Hannoverschen Frauenbündnisses zum Internationalen Frauentag präsentieren zu können.

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Jutta Meyer-Siebert und Sabine Wegmann zur Zeitung des Hannoverschen Frauenbündnisses zum Internationalen Frauentag 2023:

Im Editorial der 8. März-Zeitung 2022 schrieben wir:

„Mittlerweile ist die Klimakrise, die bei der Planung der Zeitung im Zentrum stand, von allseitigem Säbelrasseln um den Ukrainekonflikt überlagert. Ein neuer Krieg scheint realistisch, wenn nicht die diplomatische Vernunft siegt. So scheint es uns angebracht, an diese zu appellieren und zu erinnern: Der Internationale Frauentag ist vor 112 Jahren durchgesetzt worden in einem Zusammenschluss von bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegung und hatte von Beginn auch Friedenspolitik auf der Agenda.“

Wir wissen, dass diplomatische Vernunft nicht gesiegt hat. Wir begannen die Vorbereitung der Bündniszeitung 2023 in dramatisch gewendeten Zeiten. Zugleich überlagert der Krieg die anderen Krisen, allen voran die Klimakatastrophe, die sich von keinem Krieg aufhalten lässt bzw. durch ihn noch beschleunigt wird.

 In dieser Weltlage saßen wir mit etwas hängenden Köpfen bei den ersten Bündnistreffen und stellten uns ein wenig entmutigt die Frage, welchen Sinn es eigentlich noch hat, Geld und viel Arbeit in die Herstellung einer Zeitung zu stecken, mit der wir an die Kämpfe von Frauen um ihre Emanzipation, für die der 8. März steht, anknüpfen, wenn der spezifischen Lage von Frauen in den sich überlagernden Krisen - und welche Krise das wiederum für die gesamte gesellschaftliche Reproduktion bedeuten wird - so gut wie keine Aufmerksamkeit mehr gilt.

Aber allein die Frage so gestellt zu haben, erwies sich wie ein Aktivierungs- und Ermutigungsschub für uns. Wir trugen zusammen, was in dem dominanten Krisengerede und der daraus folgenden Politik einmal mehr verschwindet:

Was Krieg, Flucht, speziell für Frauen bedeutet; wie ihnen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung nach wie vor verweigert wird; dass Gewalt gegen Frauen in Femiziden gipfelt; dass mehr Frauen in Armut leben oder auf die Altersarmut zusteuern, weil ihre Arbeit, die in der Pandemie-Krise noch vollmundig als „systemrelevant“ bewertet wurde, nach wie vor skandalös gering bezahlt wird  usw. usw.

Aber wir trugen auch zusammen, was auf der anderen Seite geschieht: Frauen sind keine Opfer, sie widersprechen, gehen auf die Straße, protestieren lautstark, stärken sich gegenseitig in Initiativen, in kulturellen und politischen Gruppierungen, sind solidarisch mit von Not und Armut Betroffenen.

Damit waren wir wütend und ermutigt wieder bei unserer Zeitung. Unser Resumee:

Gerade jetzt und trotz alledem müssen wir dabei bleiben: Sichtbar machen, was der Blick von oben nicht sehen will; zeigen, wie viele von uns Wege finden, in ihrer politischen, kulturellen, beruflichen und familiären Praxis zu widerstehen.

So formulierten wir als Schwerpunkt für die Zeitung:

Widerstehen und Sichtbarmachen