8. Mai 2024 Ausstellung/Kultur The Struggle: Südafrikaner*innen im Berliner Exil

1884–1994: 110 Jahre antikolonialer Widerstand

Information

Veranstaltungsort

Haus der Kulturen der Welt
Magnus-Hirschfeld-Bar
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Zeit

08.05.2024, 17:00 - 20.05.2024, 17:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Nordafrika, Südliches Afrika, Westafrika, Ostafrika

Zugeordnete Dateien

Eröffnungsprogramm, Mi., 8.5.2024

  • 17:15: Einführung in die Ausstellung durch die Studierenden
  • 17:30: Panel-Gespräch „Amandla! In Berlin“ mit ehemaligen Freiheitskämpfern Arnold Isaac und Bert Seraje im Berliner Exil, moderiert durch Anne Benza-Madingou (Safi Faye Saal)
  • 18:15: Lecture Performance „Music Of The Struggle“ von Luyanda Mpahlwa (Safi Faye Saal)
  • Bis 20:00: Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung

2024 jähren sich zwei besondere Ereignisse: das Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika zum 30. Mal und die sogenannte Kongokonferenz in Berlin zum 140. Mal. Aus diesem Anlass entwickeln Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW, Master-Studiengang Museumsmanagement und -kommunikation) eine Ausstellung mit dem Titel The Struggle: Südafrikaner*innen im Berliner Exil. 1884–1994: 110 Jahre antikolonialer Widerstand. Sie erinnert an die antikoloniale Freiheitsbewegung Afrikas und porträtiert südafrikanische Apartheid-Exilant*innen in Ost- und Westberlin.

Das Ausstellungskonzept bietet dabei auch neue Perspektiven auf die Berliner Stadtgeschichte. Hier berieten 1884/1885 Vertreter von vierzehn Staaten über ihre Machtinteressen auf dem afrikanischen Kontinent und schufen damit die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien. Zu DDR-Zeiten beherbergte Ostberlin ein Exilbüro des südafrikanischen African National Congress, während in Westberlin und in der BRD die Solidarisierung mit dem Anti-Apartheid-Kampf Ausdruck politischer Opposition war.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Personen, die wegen der Apartheid aus Südafrika geflohen sind und zwischen 1960 und 1994 in Ost- und Westberlin lebten, darunter prominente Akteur*innen des südafrikanischen Freiheitskampfes wie der Architekt Luyanda Mpahlwa. Unter den ausgestellten Objekten befinden sich Plattencover aus der internationalen Anti-Apartheid-Bewegung, etwa von Alben von Miriam Makeba, Eddy Grant und Stevie Wonder. Zu sehen sind unter anderem auch Zeitungsartikel und Aufnahmen vom solidarischen Festival des Politischen Liedes in der DDR, verschiedene Plakate aus der DDR und der BRD sowie historische Fotos aus Südafrika. Eine Berlin-Karte zeigt relevante Orte des Widerstandes aus Ost und West.

Verschiedene Kurzvideos von Interviews mit Exilant*innen bilden das Zentrum der Ausstellung. Hierfür stellte der Filmemacher und Performancekünstler Thabo Thindi sechs Interviews zur Bearbeitung zur Verfügung. Ein weiteres Interview mit Luyanda Mpahlwa, der als politischer Gefangener auf Robben Island inhaftiert war, führten die Studierenden selbst.

Die Ausstellung steht im Dialog mit dem HKW-Ausstellungs- und Rechercheprojekt Echos der Bruderländer. Was ist der Preis der Erinnerung und wie hoch sind die Kosten der Amnesie? Oder: Visionen und Illusionen antiimperialistischer Solidarität.

Die Ausstellung wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

Website: https://www.hkw.de/programme/events/the-struggle-south-africans-in-exile-in-berlin

Standort

Kontakt

Britta Becker

Referentin Südliches Afrika und Ostafrika, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 403